Nachdem wir das Schnee-Rekordwetter in Deutschland hatten, reichte es wohl nicht aus und Norwegen musste her. Zu meiner Verwunderung ist es hier nicht kĂ€lter als in Deutschland. Es liegt zwar ĂŒberall meterhoch Schnee, aber dennoch strahlt die Sonne und man kann wirklich das skandinavische Wetter gut geniessen – auch ohne StandardausrĂŒstung: MĂŒtze, Schal und Handschuhe.
Die Schneeschmelze setzt schon ein und die Strassen werden freier, aber auch matschiger. Deshalb lÀuft hier fast jeder 5. mit Gummistiefeln oder mit Schuhschonern herum.
Dennoch gibt es hier eine Gefahr, die wir aus Deutschland nicht so bewusst sind. Eine Gefahr, die schon einigen Menschen sogar den Tod gebracht haben. Wenn man wieder auf Fotosafari ist, und durch die Strassen durch Oslo schlendert, bemerkt man, dass fahnenartige Objekte an HĂ€userwĂ€nden hĂ€ngen. Zwar in knallroter Farbe und einer nichtssagenden Aufschrift, die eindeutig warnend ist, denkt man sich natĂŒrlich als naiver Tourist nichts dabei und geht ganz normal weiter und fotografiert seelenruhig die faszinierende Umgebung. Nach einer Weile hört man ein GerĂ€usch und wieder nach einem kurzen Augenblick liegt zerbrochenes Eis vor deinen FĂŒĂen – PLUMPS.
Jetzt erst bemerkt man die Lage und macht ein Hops auf die Strasse – naja ein bisschen zu spĂ€t, aber besser als gar nicht reagieren. Die Warnungen ein paar Meter vorher waren wohl “Achtung: fallende EisstĂŒcke bzw. Eiszapfen von den DĂ€chern”. Das ist auch einer der GrĂŒnde, warum ein NordlĂ€nder schon fast auf dem Rand des BĂŒrgersteigs balanciert, wenn er von A nach B geht. Man kann sich es also aussuchen: entweder vom Bus erfasst werden oder der kalte Tod von oben. Die Eiszapfen sind echte Gefahren, die man hier nicht unterschĂ€tzen sollte.
NatĂŒrlich gibt es hier auch fast an jeder Ecke Souvenirshops. Erwerben kann man die ĂŒblichen Dinge wie Postkarten, T-Shirts und alles Mögliche, das mit Oslo oder Norwegen bedruckt wurde. Was mir besonders auffiel – was ich nicht kannte – waren hĂ€ssliche FigĂŒrchen, die auch verkauft wurden. Diese Figuren sind Trolle, die aus der nordischen Mythologie stammen (danke Wikipedia). Auf jeden Fall scheinen diese hier der Renner zu sein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sich Touristen diese buckligen, gollum Ă€hnlichen Gestalten mit ihren riesigen Nasen zuhause in Ihre Wohnzimmervitrinen stellen. Gibt’s es nicht sogar Spielzeuge davon?
Oslo ist verdammt teuer. Wurde doch mal sogar zur teuersten Stadt weltweit gekĂŒrt. Aber wirklich: hier ist ALLES doppelt, dreifach sogar vierfach so teuer ist (hab mich schon genug darĂŒber aufgeregt). Reden wir nur ĂŒber die kleinen Dinge im Leben wie Gurken (1,50 EUR), Döner (7 EUR). Ăber das Fotoequipment wollen wir erst gar nicht reden. Dennoch ist das eine Stadt, wo man die LebensqualitĂ€t sehen kann. Die Menschen haben in ihrer unmittelbarer NĂ€he das Meer, Berge und gleichzeitig die Stadt zur VerfĂŒgung. Dass die Norweger eine Schiffsnation ist, weiss jeder, aber es kommt nicht von ungefĂ€hr, das Norwegen einer der fĂŒhrenden Nationen im Wintersport ist. Hier besitzt (gefĂŒhlt) JEDER eine komplette Ski-oder SnowboardausrĂŒstung. Es laufen dir stĂ€ndig Leute auf der Strasse ĂŒber den Weg, die ihre Skier auf den Schultern tragen oder Kids mit ihren Snowboards im Supermarkt Besorgungen machen. Es scheint wirklich so, dass jeder einzelne Norweger auf der Skipiste aufgewachsen ist, wenn man die 6-jĂ€hrigen beobachtet, wie sie sich vor ihrer HaustĂŒr elegant fortbewegen. Hmm…ich kann mich so gerade mal eben mit Schlittschuhen auf dem Eis halten.
Hat man die Schnauze voll vom Schnee, kann man die frische Fjordluft am Meer geniessen. Es ist unglaublich wie klar das Wasser hier ist. So sauberes Wasser kennt man ja fast nicht mehr. Und wie es im Sommer wohl dort aussehen wird, brauch ich nicht zu beschreiben.
Zur LebensqualitĂ€t gehört auch eine kleine Runde am Fjordufer machen, dabei mit Blick auf das Meer frische Shrimps als Snack verputzen – wo kann man das schon in Duisburg machen?
Hier noch ein paar EindrĂŒcke aus Norwegen …






















