
Während meines Urlaubs in Oslo fiel meine Aufmerksamkeit auf eine Fotoausstellung in einer U-Bahn Station. Sie zeigte Personen, die während des Winters auf der Strasse leben. Die Detail Aufnahmen der von der Strasse lebenden, geprägten Hände oder des zerfurchten Gesichts sprechen Bände. Da fragt man sich eigentlich, warum in einem Staat, der zu den Wohlhabendsten überhaupt auf der Welt gehört noch so etwas sein muss?
Bei Anbetracht dieser schwarz-weiss Bilder kamen mir die Bilder von Hartmut Schwarzbach in den Sinn. Er ist ein Fotojournalist und erstellt Fotoreportagen. Nicht irgendwelche Reportagen, sondern wie er sagt, liegt sein Schwerpunkt auf “concerned photography” – verantwortungsbewusste Fotografie. Die Bilder zeigen auf erschütternderweise, in welchen Verhältnissen Menschen ihr Leben verbringen müssen. Seine Arbeit wurde 2008 für den Sony World Photography Award nominiert.
Hier ging es um die Bewohner des Smokey Mountains in Manila auf den Phlilippinen – besonders um die Kinder. Smokey Mountain ist nicht irgendeine idyllische Vulkanlandschaft, sondern eine große Müllkippe der Hauptstadt. Dort werden täglich tonnenweise Abfälle hintransportiert. In dem Müll wühlen die Ärmsten unter bestialischen Bedingungen nach wiederverwertbarem Zeug für das tägliche Überleben.
Hartmut Schwarzbach hat einige Tage mit den Kindern zusammengearbeitet und von ihnen Portraits erstellt. Mit ölverschmierten Gesichtern und teils barfuß laufen sie auf dem Schrottberg umher. Nur eine einzige Aufnahme zeigt ein lächelndes Mädchen, das auf mitten in einem schwarzen Aschefeld auf einem roten Sofa auf und ab springt.
Dieses Projekt, sowie die Aufnahmen von Oslo und ähnliche Portraits regen – wie ich finde – zum Nachdenken an und machen die eigene Situation nochmal sehr bewusst.
Hier geht’s zu den Portraits: http://www.hartmut-schwarzbach.de/